· 

Frontal 21: Die Corona-Warn-App kann mehr - weiterhin keine Kostenübernahme durch den Bund

Für gezieltere SARS-CoV-2-Infektionstests kann die Corona-Warn-App eine wichtige Funktion übernehmen - sie zeigt an, wer aufgrund eines engen Kontaktes mit einer infizierten Person getestet werden sollte. Das ZDF-Magazin Frontal 21 berichtet heute über eine weitere nützliche Funktion: Viruspositiv oder -negativ - über die App kann bereits getesteten Personen quasi in Echtzeit ihr Ergebnis angezeigt werden. So kommen negativ Getestete schneller aus der Quarantäne und die Testenden werden in ihrem (freiwilligen) Übermittlungsaufwand entlastet.

 

Die Kosten für den Anschluss an den zentralen Labor-Server müssen jedoch die testenden Labore selbst tragen. Der Bund als Auftraggeber der Corona-Warn-App lehnt bisher die Übernahme ab. Mehrfache Anfragen des Berufsverbandes Deutscher Laborärzte an das Bundesministerium für Gesundheit zu dieser Problematik blieben bisher unbeantwortet. Die Frontal-21-Redaktion deckt jetzt auf: Die Anschlusskosten im fünfstelligen Euro-Bereich schrecken einige medizinischen Labore ab, sodass sie ihre Testergebnisse nicht über die App kommunizieren können. Für ein klares Signal aus Berlin in dieser Frage ist es nicht zu spät, damit die Infektionsabwehr effizienter gestaltet werden kann.

 

Ist die Corona-Warn-App ein unrühmlicher Einzelfall? Nein, denn auch die Kosten für andere Meldesysteme werden nicht oder bestenfalls teilweise von den jeweiligen Auftraggebern erstattet.

 

Den Beitrag "Kein Anschluss unter dieser App" im ZDF-Magazin Frontal 21 vom 20.10.2020 können Sie hier abrufen.