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Coronavirus offenbart Schwächen der Versorgungsinfrastruktur - der BDL in den Medien

Ärztliche Labore stehen bereit für die COVID-19-Testung

 

Über die folgende Pressemitteilung haben zuerst die Fachmedien Deutsches Ärzteblatt, Ärzte Zeitung und Ärztenachrichtendienst berichtet. In der Folge sind zahlreiche Berichte auch in Populärmedien erschienen.

 

Mit einer rasch zunehmenden Zahl von COVID-19-Tests in den deutschen medizinischen Laboratorien rechnet der Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Laborärzte (BDL), Dr. Andreas Bobrowski. Der BDL macht auf seinen Web-sites www.bdlev.de und meinBDL.de Labors seiner ärztlichen Mitglieder transparent, die die Testung bereits durchführen.

 

Bobrowski warnt zugleich vor einem „Weiter so“ im deutschen Gesundheitssystem: „Die medizinischen Labors sind für das Coronavirus gerüstet, aber die Ausdünnung diagnostischer Infrastrukturen durch regulatorische Eingriffe vergangener Jahre wirkt sich jetzt konkret aus. Der Weg zum nächsten medizinischen Labor ist weiter und der Draht des Hausarztes zur nächsten laborärztlichen Kollegin ist dünner geworden. Ohne finanzielle Not und gegen jede medizinische und ökonomische Vernunft wurde und wird an der medizinischen Diagnostik gespart. Das darf sich nicht fortsetzen.“

 

Der BDL verweist exemplarisch auf die Laborreform 2018, die die medizinischen Laboratorien geschwächt hat. Fortwährende Konzentrationsprozesse in den Anbieterstrukturen und die Aufgabe von Laborstandorten in strukturschwachen Regionen waren die Folge. „Wir arbeiten europaweit konkurrenzlos effizient und werden trotzdem weiter gedrückt.“ Wenn sich das Coronavirus in Deutschland weiter ausbreite, werde einmal mehr deutlich, dass eine flächendeckende, qualitätsgesicherte Diagnostik therapeutischen Maßnahmen vorgeschaltet werden muss, damit unser Gesundheitssystem nicht unter Druck gerät, betonte Bobrowski.

 

„Der hohe Beratungsbedarf durch Laborärzte und Ärzte für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie, den wir jetzt tagtäglich sehen, zeigt, dass künstliche, regulatorische Trennlinien zwischen der sogenannten sprechenden Medizin und der fachärztlichen Diagnostik nichts mit der Realität zu tun haben.

 

Labormediziner steuern die Patientenversorgung und sorgen für eine gezielte und effiziente Behandlung. Ihre Beratungsleistung für andere Arztgruppen wird im System bisher aber nicht honoriert. Wir Labormediziner sind unverzichtbare Steuerer im Gesundheitssystem und fundamentieren die Arbeit unserer ärztlichen Kolleginnen und Kollegen in den Praxen und Krankenhäusern“, fordert Bobrowski ein Umdenken in medizinischer Selbstverwaltung und Politik.